2011 – mein Rückblick

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Eiskristall

Das Jahr neigt sich dem Ende und man beginnt noch einmal das Jahr revue passieren zu lassen. Es ist viel passiert an das man gerne zurück denkt, aber genau so sind Dinge geschehen, die man lieber nicht erlebt hätte. Drei Dinge sind 2011 passiert, an dich ich mich mit einem Lächeln zurück erinner.

Im August beendete ich meinen 14-monatigen Wehrdienst und ich erinnere mich mit freude daran zurück. Viele gute Stunden durfte ich beim Bund verbringen. Wir haben zusammen gelacht; wir haben gefrohren; wir haben viele Kilometer hinter uns gebracht und sind vor Erschöpfung fast nicht ins Wochenende gekommen. Aber ich habe auch viel gelernt über unser Militär und weiß das es nicht ganz unwichtig ist, dass die BRD es hat. Und ich habe viel nette Menschen während der Zeit dort getroffen. Und auch wenn viele nicht zum Bund wollten/wollen finde ich es schade, dass die Wehrpflicht ausgesetzt wurden.

Zweitens freue ich mich immer noch bei HP mein duales Studium begonnen zu haben. Seit Oktober darf ich nun studieren und fühle mich in Stuttgart wohl. Neu Freundschaften sind entstanden und ich glaube weiß, dass wir noch eine menge Stress und auch Spaß zusammen haben werden.

Das letzte, was mir aus 2011 in Erinnerung bleibt ist der Tod meines Großvaters im März. Ich hatte ein gutes Verhältnis zu ihm und denke deshalb nicht weinend an ihn zurück, sondern ich freue mich darüber, dass ich viele gute Jahre mit ihm verbringen durfte. Am Ende sagt man immer, dass man mehr Zeit hätte verbringen können und das könnte ich auch sagen. Aber ich denke lieber an die Zeit zurück, die wir schon zusammen hatten. 

Ich danke Gott für 2011. Ich wurde echt gesegnet und bin froh mit ihm durch dieses Jahr gegangen zu sein und ich bin gespannt was er alles für mich in 2012 bereit hält.

Ich wünsche euch nun noch einen guten Rutsch ins Jahr 2012 und gebe noch die Jahreslosung für 2012 mit auf den Weg. Wir schreiben uns im neuen Jahr.

Jahreslosung 2012:
Jesus Christus spricht: 
Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
(L) 2. Korinther 12,9

(Bild: Alone by Ondrej Pakan)

Enhanced by Zemanta

Gefischt aus der Webschale und zwar als email

Ich bin kein Soldat mehr

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Nun ist es endlich soweit ich bin kein Soldat mehr. Es war eine schöne Zeit – aber alles hat ein Ende.

Meine 14 Monate freiwilliger Wehrdienst sind vorbei und seit dem 1.9.2011 bin ich offiziel kein Soldat mehr. Auf der einen Seite bin ich froh, auf der anderen aber auch ein wenig traurig. Es war eine tolle Zeit. Ich habe viel gelernt, wie eine Armee funktioniert und wie sich der Gedanke der Inneren Führung wiederspiegelt. Die Wochen in denen ich auf Übung war, fand ich sehr interessant und es war toll zu sehen wie schnell so ein Lager aufgebaut werden kann. Es ist enorm das ein voll funktionsfähiges Lager in weniger als 7 Tagen einsatzbereit ist.

In der Zeit habe ich natürlich auch viel Zeit mit den Kameraden gehabt und es ist schade zu gehen, aber zu Zeiten von Facebook dürfte das ja kein Problem darstellen, oder? In 14 Monaten lernt man sich kennen und ich bin froh in Ulm gewesen zu sein. Meine Abteilung war von den Menschen her super – ich habe mich mit allen gut verstanden und darauf kommt es ja an.

Im Endeffekt bleiben die guten Erinnerungen und das ist das wichtigste. Man darf nie vergessen was hat. Und was habe ich? Na habe die Kampfstiefel und T-Shirts bekommen und ein schönes Jahr.

Aber es ist gut das es vorbei ist, denn so bin ich meinem Studium wieder näher und schon bald werde ich komplett nach Stuttgart ziehen und mein Informatik Studium hier beginnen. Darauf freue ich mich schon das ganze Jahr! Deshalb wurde es auch Zeit das die Bundeswehr Zeit ein Ende findet.

Obwohl ich kein Reservist bin, denke ich werde ich noch mal zurück kommen ;) Und sei es nur um einen Kaffee zu trinken. Denn die Bundeswehr ist mehr als nur eine Armee. 

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Von Grün zu Gelb

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Kategorie LogoMeine AGA habe ich in einer anderen Kompanie (Kp) gemacht als ich jetzt bin. Dort habe ich grüne Litzen bekommen, da es eine Jäger Ausbildung war.

Mit meiner Versetzung in meine Stamm-Kompanie habe ich aber auch den Dienstposten gewechselt und somit automatisch die Truppengattung und die Litzenfarbe. Ich wurde von grünen Jäger zum gelben Unterstützer/Fernmelder. Unseren Chef hat das aber nicht weiter gestört und so sind die meisten eigentlich grün geblieben. Begründung: Wieso sollen wir jetzt umgekleidet werden wenn wir doch eh nur für ein paar Monate in der Kompanie sind.

Soweit so gut. Jetzt kommt unser Kompanie Feldwebel (Spieß) auf die grandiose Idee, das eine einheitliche Barettfarbe doch schöner wäre. D.h. es wurden Termine angeboten und die Mannschafter und Unteroffiziere o.P. müssten sich in Gelb umkleiden lassen. More

Einmal Hannover und zurück

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Am Montag ist es etwas lustiges passiert. Ich durfte mit einem Kameraden einmal nach Hannover und zurück fahren (man merke ich bin in Ulm stationiert)

Das ganze fing in der Mittagspause an. Ich wollte gerade zu Mittag gehen da rief mein Oberstleutnant aus dem Fenster, dass ich noch mal kurz hoch kommen solle. Als ich dann oben war, sagte er nur ich solle mich beim Spieß melden. Ich dachte da erstmal: “Warum? Ich habe doch nichts gemacht!” Aber er fuhr fort und erklärte mir das ich meinen Chef in Hannover abholen solle, da der aus dem Einsatz wieder kommt.

So bin ich dann gegen 12 Uhr in Ulm weggefahren mit einem Kameraden und wir sind 5 Stunden gen Norden gefahren. Zum Glück kam die Maschine pünktlich und wir konnten schnell wieder Richtung Süden aufbrechen. Gegen 1 Uhr nachts sind wir dann auch wieder in Ulm gewesen ^^

Lustig war es auf jeden Fall – zudem kam ich mal aus dem Büro, aber warum die nicht in den Süden Deutschlands geflogen sind verstehe ich nicht. Naja soll mich jetzt auch nicht weiter stören. Mir hat es gefallen.

Fazit: Allgemeine Grundausbildung

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Kategorie LogoIch weiß seit ein paar Tagen kam hier keine Nachricht mehr. Ich muss euch aber leider enttäuschen, ich bin noch am Leben. Die Grundausbildung hat mich nicht geschafft – so schnell gebe ich nicht auf ;) Ich bin nun schon ein paar Tage in meiner neuen Kompanie, möchte aber dennoch ein Fazit der AGA ziehen.

Ihr habt, sofern ihr meinem AGA-Tagebuch gefolgt seit, schon einen guten Einblick in eine Grundausbildung der Bundeswehr mitbekommen. Zum Schluss möchte ich aber noch ein paar Wort sagen.

Die erste Frage die man mir gestellt hatte in den letzten drei Monaten war: “Ist es eigentlich wirklich so hart?” Natürlich beantwortet jeder die Frage individuell, aber ich für meinen Teil kann sagen es war nie wirklich hart. Ich dachte vor der AGA das es wohl eine der härtesten (körperlich gesehen) Zeiten werden wird. Ich bin ja noch nie der TOP Sportler gewesen aber ich hatte eine gewisse Kondition und war auch nicht total unsportlich. Das wusste ich natürlich und deshalb bin ich auch zur Bundeswehr gegangen um meinen Schweinehund zu überwinden und etwas mehr Sport zu machen – auch wenn es sehr anstrengend wird. Zum anderen wollte ich gerne mal meine Grenzen sehen um zu gucken wie weit ich selber komme und zu was ich in der Lage bin. Man gibt nämlich in vielen Dingen einfach zu schnell auf obwohl der Körper noch lange durch gehalten hätte. Es ist viel wert wenn man seine eigenen Grenzen kann (und das in vielerlei Hinsicht).

Also wie gesagt, es war nicht sonderlich hart. Deswegen stehe ich auch etwas gespalten zu meinem Fazit. Ich bin froh das ich gut durch gekommen bin aber auf der anderen Seite wollte ich ja meine Grenzen finden, die so leider nicht gefunden habe (was natürlich ein gutes Zeichen ist, d.h. ich bin noch zu viel mehr in der Lage).

Doch zum Abschluss sage ich, ich bereue es keinesfalls beim Bund zu sein. So einen Zivi-Job (egal was es ist) kann jeder machen. Und es hat auch irgendwie Spaß gemacht – man trifft einfach viele neue Leute und auch neue Freundschaften entstehen beim Bund. Wäre da Heim geblieben, sei es als Zivi oder sogar als Ausgemusterter, hätte ich diese tollen Leute nicht kennen gelernt. Ich bin es schade dass der Grundwehrdienst ab sofort nicht mehr statt findet, denn es war schon eine tolle Erfahrung und auch wenn man heutzutage schief angeguckt wird, wenn man sagt, ich habe gedient, so war es doch auch immer die Kameradschaft die das ganze so interessant gestaltet hat.

Die Benutzung der Toiletten bei der Bundeswehr

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Es gibt wirklich lustige Einträge in der ZDv (Zentrale Dienstvorschrift). Aber dies hier habe selbst ich noch nicht gehört.

Betr.: Ergaenzung der ZDv 10/5 ‘Der Innendienst’
Die folgende Ergaenzung ist mit dem Tage der Bekanntgabe, spaetestens jedoch bis zum 31.07.1988, in die ZDv 10/5 (‘Der Innendienst der Bundeswehr’) einzuarbeiten.

ANWEISUNG ÜBER DIE BENUTZUNG DER TOILETTEN IN DEN UNTERKÜNFTEN

Allgemeines:
Die Toilette besteht aus einem trichterfoermigen Porzellanbecken mit birnenfoermiger, schraeg nach unten geneigter Aufnahme fuer die Exkremente.
Auf dem oberen Rand (Sitzrand) ist ein Sitzstueck angebracht und durch Rohrleitungen mit dem eigentlichen Sitzbecken verbunden. Sie wird mit dem Druecker und der Druckfeder (‘EIN’) bei Bedarf eingerastet.
Gebrauchsanweisung:
Die Toilette wird sitzend benutzt. Der Benutzer setzt sich bei gleichzeitigem Anheben der hinteren Bekleidungsstuecke so tief in die Hockstellung, bis das Gesaess auf der Sitzaufnahme aufliegt. Das Gewicht des Koerpers ist gleichmaessig verteilt, die obere Koerperhaelfte nach vorn geneigt. Die Ellenbogen ruhen auf dem Muskelfleisch der Oberschenkel, der Blick ist frei geradeaus gerichtet.
Unter ruhigem Ein- und Ausatmen draengt der Benutzer bei gleichzeitiger Anspannung der Bauchmuskulatur den Darminhalt in die dafuer bestimmte Aufnahme des Porzellan- beckens. Falls sich die Spuelung durch aeussere Einfluesse loest, richtet sich der Benutzer auf.
Nach beendeter Prozedur macht der Benutzer eine Wendung nach halblinks.
Unter gleichzeitigem Anheben der rechten Gesaesshaelfte erfasst er das Reinigungs- faehnchen (ca.100x150mm) mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand, wobei der Mittelfinger als Stuetze dient und fuehrt es durch die vom Muskelfleisch der linken und rechten Gesaesshaelfte gebildete Kerbe.
Linkshaender fuehren saemtliche Taetigkeiten mit der linken Hand aus, damit Verletzungen vermieden werden (siehe Anlage 2, Teil 21: ‘Sicherheitsbestimmungen fuer Arbeiten im Innendienst’). Es ist dem Benutzer freigestellt, das Reinigungsfaehnchen von oben nach unten oder umgekehrt zu fuehren. Die Reinigung ist so oft zu wiederholen, bis 5 Blaetter sauber erscheinen.
Nach dem Reinigen richtet sich der Benutzer auf, steht einen Moment still und entspannt. Dann beginnt er mit dem Ordnen der Kleidung. Anschliessend macht er eine Kehrtwende (siehe auch ZDv 372: ‘Formalausbildung’) und betaetigt die Spuelung. Die Reinigung erfolgt auf Sicht.
Waehrend des Aufenthaltes auf der Toilette ist es dem Benutzer verboten, ohne besondere Genehmigung zu essen, zu trinken, zu rauchen, sich hinzulegen oder Geschenke anzunehmen

13. Woche – Bataillons EAKK

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Schade – die AGA ist vorbei und die letzte Woche in der 5. Kompanie ist zuende. Es war noch mal eine chillige Woche, wie ich finde und war ein lustiger Abschluss.

Montag – Für diese Woche stand ganz klar Bataillons EAKK auf den Dienstplan. Die AGA hatte ja schon vor ein paar Wochen die EAKK gemacht, aber diesmal sind es nicht wir die etwas lernen sollen sondern das Bataillon, also die Dienstgrade (Unteroffiziere und Offiziere). Wir, als Aganauten, haben mitgeholfen damit das ganze funktioniert. Wir wurden in verschiedene Gruppen aufgeteilt und sind als Rollenspieler aufgetreten.

Unsere Gruppen war mit der 3. Kompanie zusammen, die vieles der EAKK plante und geleitet hat. Wir sind deshalb am Montag zu denen gegangen und der StUffz hat uns alles erklärt. So gegen 10 Uhr waren wir damit auch schon fertig und wir sind zurück in unsere Kp gegangen.

Zu unserem Pech mussten wir dann nach dem Mittag die ganze Zeit Stuben und Reviere putzen. Das war ein wenig doof, aber so ABMs (Arbeitbeschaffungsmassnahmen) gehören halt zur Bundeswehr.

Dienstag – Am zweiten Tag ging es wieder wild zu … für manche ;) Da wir in verschiedene Gruppen eingeteilt waren haben wir natürlich auch verschiedene Sachen gemacht. Alle Gruppen bis unsere sind raus ins Feld gefahren und haben ihre Parts geübt. Was haben wir gemacht?? Nichts! Rein gar nichts. Wir saßen den ganzen Tag auf Stube fest und haben gewartet. Da wir aber im Dienst waren durften wir nicht schlafen, kein Handy benutzen o.Ä. – aber die Realität sieht wie immer anders aus. Der Ausbilder der da war hat mal ein Auge zugedrückt und fast alle haben gepennt. Ich habe die Zeit einfach mal zum lesen genutzt und habe knappe 100 Seiten in meinem Buch geschafft. Das ärgerliche daran ist aber nicht, dass wir nichts zu tun hatten, sondern das draussen so geiles Wetter war das man eigentlich nicht drin bleiben sollte. Naja – Schade!

Mittwoch und Donnerstag – In der Mitte der Woche wurde es dann ernst. Wir sind schon früh raus. Um kurz nach 6 wurden wir mit der 3. Kp ins Lerchenfeld gefahren und haben dort alles vorbereitet. Wir waren nämlich für den Checkpoint dran. 3 Gruppen sollten dort ihr Können unter beweis stellen. Wir haben extra vom Theater Ulm Kostüme bekommen damit wir auch so gut es geht authentisch rüberkommen als Zivilisten im Nahen Osten, oder wir die Bundeswehr sie nennt: Locals.

Das ganze lief dann so ab, dass eine Gruppe den Checkpoint besetzt hat und wir hatten verschiedene Phasen/Szenerien vorbereitet die der Checkpoint bewältigen musste. Das reichte von einfacher Personenkontrolle bis hin zum Aufstand. Hier mal meine zwei lieblings Phasen:

1) Ein Ziviles Fahrzeug mit 2 Männern nährt sich dem Checkpoint und spät mit einem Fernglas aus. Dannach fährt es weg und kommt nach unbestimmter Zeit wieder. Beim zweiten auftauchen des Fahrzeugs laufen die Zivilisten weg und einer der Insassen schießt auf den Checkpoint. Nach kurzem Feuer legt der Schütze seine Waffe nieder und rennt weg. Der Fahrer bleibt im Wagen mit einer Handgranate bewaffnet und wirft die wenn der Checkpoint nicht schnell genug reagiert.

Anmerkung: Leider konnten wir dies Phase nie ganz durch spielen. :(

2) Der Bürgermeister des Orts kommt zum Checkpoint und fordert ein wenig Essen und Medikamente für sein Dort. Der Checkpoint sollte dann freundlich abweisen und nichts geben. Darauf hin droht der Bürgermeister wiederzukommen mit mehr Mann. Nach kurzer Zeit kommt dann ein wütender Mob auf den Checkpoint zu.

Anmerkung: Es war leider zu wenig Zeit vorhanden und so haben wir diese Phase noch nicht mal im Ansatz durch genommen. Das wäre aber sehr lustig geworden.

Im Großen und Ganzen war es sehr lustig zusehen wie sich die Dienstgrade anstellen. Ich weiß es ist gewagt als Rekrut sowas zu sagen. Wir waren bei unsere EAKK auch nicht viel besser, aber wir haben es auch zum aller ersten Mal gemacht. Manche Dienstgarde haben sich schon ganz schön blöd angestellt (Tschuldigung wenn ich das so hart hier formuliere). Wenn man überlegt, dass diese Männer das schon öfters gemacht haben und ggf. selber Ausbilder sind dann ist das einfach nur peinlich. Peinlich für die nicht für die Bundeswehr, es gibt ja immer noch Soldaten die es können.

Am Donnerstag gab uns der StUffs, der unsere Gruppe geleitet hat, noch ein Bier aus. Begründung: wir haben sehr gut mitgemacht, unser Verhalten hat gepasst und als Rekruten, die das noch nie so gemacht haben, haben wir sehr gut reagiert. Das fand ich schon sehr konkret von ihm – Es gibt auch noch nette Leute bei der Bundeswehr ;)

Für den Abend war eigentlich eine gechillte Dienstunterbrechung angesetzt, aber wie wir inzwischen wissen ist nichts so flexibel wir der Dienstplan der Bundeswehr. 24 Mann wurden auserwählt die dann abends im Dienstanzug (der Anzug den wir auch beim Gelöbnis an hatten) Fackeln hielten. Der Generalleutnant unseres Kommandos wird nächste Woche verabschiedet und hat noch eine kleine privat Party geschmissen mit den engsten Freunden. Und zum passenden Ambiente wurde extra das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz rangeholt die 5 Stücke für den General spielten. Wir als kleiner Rekruten bekamen Fackeln und haben den Musikern Licht gespendet damit die was sehen konnten, denn wir standen draußen im Hintergarten uns es war schon 22 Uhr – als dunkel.

Freitag – Für den letzten Tag war eigentlich der BFT (Basis Fitness Test) angesetzt, aber der Hauptmann hat es gestrichen und dafür haben wir noch ein wenig gereinigt. So konnten wir schon um 9.30 Uhr ins Wochenende gehen. Das war mal angenehm :)

12. – Abschlussmarsch – Wir haben es geschafft!

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Die wohl anstrengendste Woche liegt hinter uns. Ich sage euch ein Abschlussmarsch sollte man nicht unterschätzen.

Montag – Es wird ernst und alle kommen schon angespannt in die Kaserne. Sonntags haben wir natürlich alle unsere Rucksäcke gepackt, aber wir dachten/hofften das es erst am Dienstag ernst wird. Pustekuchen! Die Ausbilder hatten andere Pläne mit uns. Wir durften zumindest noch bis 5 Uhr schlafen und frühstücken aber danach ging es alles Schlag auf Schlag. Die Waffen wurden geholt und man hat schon mal aufmunitioniert damit es schnell los gehen kann. Vor dem Mittag sind wir dann auch auf gebrochen ins bekannte Lerchenfeld und haben dort unsere Lager bezogen. Zelte aufbauen und was eben so ansteht.

Der Montag war ausschließlich für die Rekrutenbesichtigung da. Das heißt wir wurden getestet über das Zeug was wir in den letzen Monaten gelernt haben bzw. gelernt haben sollten. Darauf gab es dann Punkte. Aber wir wussten natürlich alles ;) und keiner ist durch gefallen … hätte mich auch stark gewundert bei dem tollen Punktesystem der Ausbilder. Also wir wurden über die Waffen ausgefragt, mussten mit Karte und Kompass umgehen können, Fernmeldedienst, usw. usf. Ihr seht es gibt vieles was man als Rekrut wissen muss.

Nachts gab es nichts spannendes außer das wir auch wieder Streife laufen mussten und Alarmposten hatten. Aber morgens wurde es erst richtig spannend. Eigentlich ist es so das der letzte Alarmposten die Gruppe weckt, nur leider hat dieser Alarmposten selber gepennt das wir verpennt haben und hastig gegen 6 Uhr zum Frühstück gekommen sind. Natürlich gab es deswegen ein wenig Stress aber im Großen und Ganzen war es irgendwie lustig ;) Ich empfehle es euch dennoch nicht nach zu machen – Die Ausbilder reagieren darauf immer etwas allergisch.

Dienstag bis Donnerstag – Der echte Spaß begann aber erst am Dienstag. Vormittags wurden wir noch ein wenig getestet. Nach dem Mittag aber ging es noch mal in die Zelte. Befohlenes Schlafe für 4 Stunden – Dies waren die letzten Stunden Schlaf für uns. Zu unserem erfreuen durfte jede Gruppe nur 4 Schlafsäcke behalten, die dann durch gewechselt werden. (In mancher Hinsicht bin ich ja ehrgeizig und ich wollte mal sehen ob ich den Schlafsack durch tragen kann… )

Jede Gruppe wurden dann mit Autos nach Erstetten, das ca. 30km westlich der Kaserne liegt, gefahren. Unser Auftrag war klar: Der Feind hat uns entdeckt und wir müssen Richtung Kaserne ausweichen. Am Startpunkt ging es dann gleich richtig los. Schüsse fielen und wir mussten durchs Dickicht ausweichen. Über Stock und Stein ging es mehrere Stunden. Dass das ganze zu Fuß war muss ich ja nicht erwähnen, oder ;) ?? (Man bedenke wir trugen alle ca. 20kg am Mann) Wir merken uns also gegen 18 Uhr sind wir los gelaufen. Pausen gab es bei uns nicht gerade reichlich, aber das war nicht so schlimm. Dafür sind wir ein paar Kilometer mehr gelaufen – unser Gruppenführer hat uns einen kleinen Umweg laufen lassen. Naja es kann ja nicht jeder Karten lesen ^^ (Das ist jetzt gar nicht böse gemeint. Wir stehen alle hinter unserem Gruppenführer!!) Nachdem wir also dann nachts gegen 23 Uhr einen vereinbarten Ort zur Rast gefunden hatten, konnten wir etwas warmes trinken (Danke Spieß!) und hatten ein wenig Zeit etwas von unserem EPA zu essen. Danach ging es gleich weiter, denn wir wollten ja auch irgendwann ankommen. Es ging dann schnell aus dem Wald raus, worüber wir sehr froh waren, denn im Wald hatten manchmal nicht den Vordermann gesehen nur erahnt (wenn man gegen den Rucksack läuft ;) . Nach ein paar weiteren Kilometern erreichten wir eine kleine Brücke uns überquerten die Blau, aber nicht genug. Kurz danach kam ein “kleiner Berg” den wir leider besteigen mussten. Ich bin schlecht im schätzen aber ich denke mal das es über 1km bergauf ging und das war kein Spaziergang (der Rucksack und Schlafsack sind immer noch auf dem Rücken!) Aber von aufgeben war keine Rede – denn Reden konnten wir gar nicht mehr.

Also weiter ging’s! Laufen, Laufen, Laufen und dazwischen auch mal Atmen … Plötzlich meldet unser Gruppenführer das vorne ein beleuchtetes Fahrzeug steht mit zwei Mann drin. Bewaffnung Unbekannt. Sein Befehl war wir um laufen es einfach – Macht Sinn. So ersparen wir uns ein Gefecht und können gleich weiter. Als wir es fast ganz umgangen sind meldet sich unser Schiedsrichter, der mit lief, mal wieder zu Wort und sagt, dass das friedliche Personen waren und die warme Getränke für uns hätten. Aber Nein es geht weiter keine Stopp mit warmen Tee. Hmmm, Schade! So liefen wir noch 1-2km weiter und suchten einen kleinen Wald in denen wir diesmal eine längere Pause machen konnten. Die Pause von 1.5 Stunden war dann so zwischen 3 und 4 Uhr. Also schnell etwas trockenes Anziehen und etwas warmes essen, denn danach wurde es noch mal lustig.

pünktlich zum Sonnenaufgang marschierten wir dann weiter und erfreuten uns an den kleinen Serpentinen, die uns zu einem kleinen Fluss führten. Wie der Zufall es wollte gab es keine Brücke in der nähe uns so mussten wir wohl oder übel da durch. Das war im Prinzip gar nicht so schlimm. Das Wasser war zwar etwas kälter aber es tat auch gut und machte einen wach. Ich gebe euch einen Tipp, wenn ihr nicht den Grund sehen könnte dann geht vorsichtig ins Wasser. Es sei ihr wollt baden gehen, denn genau das habe ich gemacht. Ich hab nicht aufgepasst und ich lag schneller im Wasser als ich gucken konnte. Aber macht nichts: Ich habe ja noch Ersatzwäsche im Rucksack, der nicht ganz nass geworden war. Hinter mir der Kamerad dachte sich so, hmm wenn ich jetzt lache fliege ich bestimmt selber in den Fluss … egal. Also lachte er und was passierte ?? Er fiel auch rein ^^. Es war irgendwie lustig! Der Berg danach nicht mehr. Das war wohl das steilste Geländestück das ich je bestiegen haben und das noch mit Gepäck.

Das Laufen hat sich ja inzwischen schon routiniert und man dachte gar nicht mehr viel nach. So waren wir froh als wir eine kleine Hütte erreichten wo wir wieder warmen Tee bekamen. Zu unserem Unglück kamen ein paar “Holzfäller” (also Rollenspieler) und sagten uns das nicht weit von hier ein Feld mit vielen toten Tieren sei. Leider waren es keine Minen o.Ä. und so mussten wir von ABC-Waffen ausgehen. Wie der Zufall es wollte waren es ABC Waffen und wir liefen nun mit voller ABC-Schutzausrüstung quer über das Feld. Aber dann wussten wir endlich wo wir sind. Wir hatten den Truppenübungsplatz erreicht. Somit wussten wir das es nur noch 10km bis zur Kaserne waren. Fast geschafft – Lima Romeo!

Es ist zwischen 9 und 10 Uhr und seit 30 Stunden auf den Beinen. Im Lechenfeld selber gab es aber ein weiteres Problem, abgesehen das wir alle fertig waren und nur noch Heim wollten. Zwischen uns und dem Weg lag ein Minenfeld. Es standen zwei Alternativen zur Wahl: Entweder wir laufen 20km Umweg oder wir kriechen durch ein Abflussrohr, also unter dem Minenfeld durch. Ach wären wir doch nur die 20km gelaufen ^^ Gegen Ende so was einzubauen in den Abschlussmarsch war schon krass. Meine Knie sind nun noch kaputter als vorher, aber davon nicht genug. Ich hatte wirklich keine Kraft mehr in den Armen das ich den Rucksack zu 90% mit dem Kopf durch die Röhre schob xD Ich habe nun leichte Kopfschmerzen aber ich habe es geschafft. Juhu die letzte Station haben wir hinter uns … sicher?

Nun hieß es nur noch laufen und so schnell wie möglich weiter kommen. Aber man merkt das die Ausbilder richtig lustig waren, denn gegen Ende gab es noch etwas. Plötzlich liegt da doch so ein Verletzter am Wegrand, der ganz zufällig in die Kaserne muss. “Können Sie laufen wenn wir sie stützen?” – “Nein!”. Haben wir es doch gewusst. also schnell zwei Baumstämme her und die Zeltplanen drum. Und dann ging es ab. Wir waren so um Ende aber wir haben es unter Qualen und Schmerzen in 60min geschafft die Kaserne zu erreichen. Zum vergleich: Ohne Verletzen und ausgeruht haben wir 45min gebraucht, aber jetzt waren wir total ausgepowert und hatten schon 30km hinter uns und nun der Verletzte, aber wir haben dennoch nur 15min mehr gebraucht. Ich will nicht angeben, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Gegen 12 Uhr reichten wir dann das Kasernen Tor und er Schlafsack war immer noch auf meinem Rücken. Ich habe es wirklich geschafft!

Jetzt hieß es erstmal sich freuen und dann Waffen reinigen.

Abend wurden wir noch mal rausgerufen. Warum wusste keiner. Unser HFw hat uns dann zur feierlichen Litzen vergabe gebracht. D.h. der Zugführer und der Gruppenführer steckten grüne Litzen an die Schulterklappen als Zeichen das wir die AGA bestanden haben. Dazu gehört aber auch eine ordentliche Biertaufe. Also Bier über die Schulter, über den Kopf, in die Hose, ins Hemd, in den Mund, in die Schuhe und wo die Ausbilder noch Bier hinschütten wollten ^^ Es war echt lustig. Aber wir sind jetzt Grün! Es hat sich also gelohnt.

Freitag – Der Freitag bestand hauptsächlich aus reinigen und warten auf Dienstschluss. Aber nun sitze ich im Zug und bin froh dass diese Woche auch vorbei ist.

11. Woche – Gelöbnis

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Eine sehr entspannte Woche!

Montag bis Mittwoch – Eigentlich gibt es nicht viel zu sagen. Wir haben in den Tagen nur gelernt wie man richtig marschiert. Als ob wir das noch nicht konnten ;) Jetzt wissen wir wie man richtig “ohne Tritt”, “im Gleichschritt” und mit Waffe marschiert. Aber gebraucht haben wir nur “ohne Tritt” die wir schon seit Anfang an benutzten. Also im Prinzip kann man sagen wir hatten nur Formaldienst!

Donnerstag – Gelöbnis!!!! Ok ein bisschen mehr war schon los. Morgens kamen ein paar Eltern und hatten die Möglichkeit die Kaserne und die Stuben anzusehen (dafür wurde natürlich auch richtig geputzt und auch der Spint war tip top). Nach dem Mittag ging es in eine andere Kaserne. Dort gab es einen Feldgottesdienst, also den Gelöbnisgottesdienst. War jetzt nicht außergewöhnlich aber OK. Gegen 15 Uhr sind wir dann nach Illertissen gefahren (ca. 30km südlich) um dort auf einem Sportplatz unser Gelöbnis abzuhalten mit zwei anderen Zügen. D.h. wir waren 3 Züge aus verschiedenen Kasernen. Nach ca. 1 Stunde stehen durften wir uns dann auch endlich wieder bewegen und konnten ins Wochenende gehen. Ja genau: Unser Wochenende hat schon am Do. angefangen. Der Freitag wurde uns frei gegeben. Zweck: Gelöbnis. Das war eine nette Geste unseres Chefs, was anscheinend nicht selbst verständlich ist. Zudem musste auch keiner GvD (= Telefonposten) am Wochenende machen, so konnte wirklich jeder der Rekruten Heim.

Freitag – Wochenende :P

Hier noch ein Bilder vom Zug so mussten wir über 1 Stunde stehen und durften nichts sichtbar bewegen.

Zug Bild am Gelöbnis

10. Woche – EAKK

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Biwak mal anders. So gefällt es mir schon besser. Man ist an der frischen Luft muss sich aber nicht vor dem Feind tarnen …

Montag – Die ganze Woche stand unter einem Thema: EAKK (Einsatz Ausbildung für Konflikt- und Krisenverhütung). Aber bevor es damit los gehen konnte hatten wir noch einen kleinen Besuch von den Feldjägern (Feldjäger = Militär Polizei). Das war echt interessant. Wir hatten zuerst noch mal eine Belehrung über Drogen und was uns blüht wenn wir BTM zu uns nehmen. Dazu wurde ein Hundeführer aus Sigmaringen eingeladen der mit seinem Drogenspürhund unsere Stuben durch forstet hat. … Er hat nichts gefunden ;)

Nach dem Mittagessen begann die EAKK. Wie immer muss alles erst mal theoretisch Durchgesprochen werden. Checkpoint, Patrouille und Minen standen auf dem Plan. Nachdem wir das auch geschafft hatten durften wir abends noch mal ein wenig abspannen/Rucksack packen.

Dienstag bis Donnerstag – Der Spaß beginnt und wir wandern los. Wohin? Natürlich zum Truppenübungsplatz. Dieses Mal ging es aber ans andere Ende des Gelände. D.h. 2 km mehr aber das ist jetzt auch egal. Die Ausbildung ist ja extra für Auslandseinsätze ausgelegt, wie z.B. im Kosovo oder Afghanistan. Da wir deshalb auch in einem Lager übernachtet haben, der überwacht wird, konnten wir “in Ruhe” schlafen und mussten uns nicht tarnen. Am Checkpoint, der das Lager markierte, hatten wir die Möglichkeit uns darin zu üben wie man Personen und Fahrzeuge überprüft. Die andere Seite der Ausbildung war die Patrouille. Im Prinzip ist das wie eine größere Streife. Man hat einen festgelegten Weg den man abgeht. Aber jetzt kommt der Unterschied. Man zeigt Präsenz und muss sich nicht vor dem Feind verstecken.

Nachts waren natürlich auch Gruppen eingeteilt. Wir mussten in der ersten Nach den Checkpoint besetzten und in der zweiten Nacht die Streife machen. Aber nachts war es nicht so hart. Wir hatten 6 Stunden und es mussten immer nur zwei Leute pro Stunde eingeteilt.

Der Mittwoch war, wie die ganze Zeit im Feld, sehr gechillt. Wir hatten noch mal Zeit am Checkpoint. Gegen Mittag sind wir dann Minen suchen gegangen. Ich sage euch das ist der größte Mist. Man hat eine Minensuchnadel, bei uns sahen die Dinger mehr aus wie Spieße zum Grillen. Naja damit muss man dann einen Bereich von 45x35cm absuchen pro Fuß. Dies passiert aber in einer bestimmen Vorgehensweise: In einem 30° in den Erdboden einstecken und pro Einstich 2-3cm platz lassen. Ihr seht das ist eine Sysiphus Arbeit.

Der Donnerstag war recht einfach. Eigentlich sollten wir erst gegen Mittag loslaufen, aber wir hatten die Wahl. Wenn alles um 9 Uhr fertig ist laufen wir früher los. Da jeder zurück wollte ging das Zelte abbauen sehr schnell. Mit einem kleinen Umweg sind wir dann ca. 10 km Heim gelaufen. In der Kaserne noch “schnell” Waffen reinigen und dann hatten wir Freizeit um unsere Ausrüstung zu putzten.

Freitag – Sport – Putzen – Heim fahren :)

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